TLZ auf dem Sensenstein vor dem Aus – schwere Folgen für unsere Turner
Zum 30. Juni wird das Turnleistungszentrum auf dem Sensenstein geschlossen. Mit der Schließung des TLZ 1 (jüngeres Jungenturnen) entfällt auch die Grundlage für das TLZ 2 der älteren Jungen, selbst für die Gruppe, die gerade erst in die 3. Bundesliga aufgestiegen ist.
Von dieser Entscheidung sind auch Jungen aus der Turngruppe von Markus Siebertbetroffen, ebenso viele weitere Familien aus nordhessischen Vereinen.
Ein Blick zurück zeigt, was hier verloren geht: Bereits 1995 wurde die Gerätturnhalle der Jugendburg Sensenstein (Nieste) umgebaut und als Turnleistungszentrum für das Gerätturnen im weiblichen und männlichen Bereich eingerichtet. Mit fest installierten, hochwertigen Geräten war dort über Jahre hinweg ein kontinuierliches und leistungsorientiertes Training möglich. Der Standort entwickelte sich zu einer wichtigen Säule des Turnens in Nordhessen und ist vom Hessischer Turnverband e.V. als Leistungszentrum anerkannt. Träger ist der Turngau Nordhessen e.V..
Umso unverständlicher und schmerzhafter ist nun die Entscheidung zur Schließung. Als Gründe werden nach dem Ruhestand von Herrn Matzner im letzten Sommer ein fehlendes Konzept sowie mangelnde finanzielle Fördermittel genannt. Gleichzeitig wurde immer wieder auch die Frage nach hauptamtlichen Trainern angeführt. Insgesamt bleibt die Begründung aus Sicht vieler Beteiligter schwer nachvollziehbar.
Denn vor Ort ist durchaus Struktur vorhanden. Ein hauptverantwortlicher Trainer kümmert sich intensiv um Organisation und Ablauf, unterstützt von zwei weiteren engagierten Trainern, die ein kontinuierliches Training absichern und sich gegenseitig vertreten, wenn jemand ausfällt. Der Trainingsbetrieb funktioniert, auch dank des großen Engagements aller Beteiligten.
Für die betroffenen Jungen und ihre Familien hat die Schließung gravierende Auswirkungen. Die Kinder leben ihren Sport, viele von ihnen stehen mindestens viermal pro Woche in der Halle, trainieren mit großer Leidenschaft und verfolgen ehrgeizige Ziele. Dieses strukturierte, leistungsorientierte Training fällt nun ersatzlos weg. Für die jungen Turner bedeutet das nicht nur den Verlust von Trainingszeiten, sondern auch von Perspektive, Gemeinschaft und einem wichtigen Teil ihres Alltags.
Auch die Eltern bringen sich stark ein. So übernimmt Sarah Siebert wichtige Verantwortung als Kindeswohlbeauftragte. Dieses Engagement zeigt, wie viel Herzblut in diesem Standort steckt.
Trotz der schwierigen Lage gibt es weiterhin Versuche, den Vorstand des Turngau Nordhessen umzustimmen und tragfähige Konzepte vorzulegen. Denn klar ist, sobald das TLZ geschlossen und die Hallenzeiten neu vergeben sind, wird es nahezu unmöglich, eine solche Struktur für den männlichen Leistungsbereich wieder aufzubauen.
Für unsere Turner geht es hier um mehr als nur Trainingszeiten oder eine Sportstätte – es geht um ihren Sport, ihre Entwicklung und ein Stück Zukunft.
Juliane Kisiala

